Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen

Was passiert, wenn nichts passiert?

Diese existenzielle Frage hat 1974 den avantgardistischen Autor Georges Perec umgetrieben. Drei Tage lang ließ er sich auf einem Platz im 6. Pariser Arrondissement nieder. Und notierte akribisch das vermeintlich Alltägliche. Wie Törtchen essende Kinder flanieren, Tauben auffliegen, das Wetter und die Stimmungen wechseln. Entstanden ist das Buch „Versuch, einen Platz in Paris zu erfassen“, das vieles zugleich ist. Eine Liste verblüffender Miniaturereignisse.

Eine quasibuddhistische Übung in wertfreier Wahrnehmung. Pointenbewusste Literatur. Rhythmische Sprachmusik. Und nicht zuletzt: das Selbstportrait eines exzen- trischen Autors mit wechselnden Erregungs- und Erschöpfungskurven, dessen persön- liche Geschichte immer sichtbarer wird. Der Schauspieler Christian Fries – selbst auch Autor – hat sich das Werk zu eigen gemacht. Und versetzt sich in dieser Solo-Performance in Perecs Vorstellungswelt. Erstaunlich, wie viel da passiert. 

Regie: Christian Fries, Text: Georges Perec „versuch einen Platz in Paris zu erfassen“, Länge: 90 Min