Am Sonntag, den 3. Mai, lud die Filmwerkstatt Münster zu einer Gesprächsrunde über den Autor:innendokumentarfilm und die Bedeutung dokumentarischer Räume in Nordrhein-Westfalen ein. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 45-jährigen Bestehens der Filmwerkstatt Münster statt und nahm dieses Jubiläum zum Anlass, über Geschichte, Gegenwart und Zukunft dokumentarischer Filmkultur nachzudenken.
Zu Gast waren Horst Herz, Rainer Komers und Filippa Bauer. Die Moderation übernahm Katharina Schröder, die durch einen offenen Austausch führte.
Im Zentrum des Gesprächs standen die „Orte des Dokumentarischen“ in NRW: Orte der Ideenfindung, der Produktion, der Vermittlung und der Präsentation von Dokumentarfilm. Diskutiert wurde, welche Bedeutung solche Räume für dokumentarisches Arbeiten besitzen und wie sie erhalten, geschützt und weitergedacht werden können. Gerade Werkstätten, Filmhäuser, Festivals und unabhängige Kulturorte schaffen Möglichkeiten für Begegnung, Austausch und künstlerische Entwicklung. Sie bieten nicht nur Raum für die praktische Arbeit am Film, sondern auch für Diskussionen, Reflexion und gemeinschaftliche Prozesse, die für dokumentarisches Erzählen essenziell sind.
Im Verlauf der Veranstaltung wurden unterschiedliche Perspektiven auf den Autor:innendokumentarfilm sichtbar. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie dokumentarische Arbeiten entstehen, die sich nicht vollständig im Voraus planen lassen, sondern aus Begegnungen, Beobachtungen und offenen Prozessen heraus wachsen. Der Dokumentarfilm wurde dabei als eine Form verstanden, die von Aufmerksamkeit, Vertrauen und Austausch lebt und deren Entstehung eng mit Zeit und gemeinsamer Erfahrung verbunden ist.
Auch Fragen nach Produktionsbedingungen, Finanzierungsmöglichkeiten und aktuellen Entwicklungen innerhalb der Dokumentarfilmszene wurden aufgegriffen. Welche Räume benötigen Filmschaffende heute, um unabhängige dokumentarische Arbeiten realisieren zu können? Welche Rolle spielen Förderstrukturen, Festivals und alternative Präsentationsorte? Und wie können Orte erhalten werden, an denen dokumentarische Positionen sichtbar bleiben und sich weiterentwickeln können? Viele der angesprochenen Themen wirkten über die Veranstaltung hinaus nach und eröffneten neue Perspektiven auf die gegenwärtige Situation des Dokumentarfilms.
Eine schöne Verbindung ergab sich zudem durch das diesjährige 50-jährige Jubiläum der Duisburger Filmwoche, die mit ihrem Programm an verschiedenen Orten präsent ist – unter anderem beim filmclub münster. Dadurch entstand ein zusätzlicher Bezug zu den Fragen nach filmkulturellen Räumen, Vernetzung und gemeinschaftlichen Orten des Austauschs.
Wir danken dem Kulturamt Münster für die finanzielle Unterstützung sowie der Duisburger Filmwoche und allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und Unterstützung.
Mehr zur Filmreihe „Text in Szene“ findet sich hier. Dort ist ebenfalls das Filmplädoyer von Alexander Scholz, Leiter Duisburger Filmwoche einsehbar.














Fotos: Filmwerkstatt Münster / Viktor Tarnowski